|
Ich will mit gutem Beispiel voran gehen und mache den Anfang... Mit den Wendenburgs und Dargels verbindet mich eigentlich nur meine Frau, deren Namen ich angenommen habe. Irgendwann fiel mir die Stammliste der Familie Wendenburg in die Hände und ich dachte, so ein Schätzchen kann doch nicht im Bücherregal verstauben. Das war der Anfang der Idee, Genealogiedaten elektronisch für die Nachwelt aufzubereiten. Zuvor hatte ich bereits einiges an Material gesammelt, was meine eigene Familie betraf. Ich stamme nämlich aus der Oberlausitz, aus Großschönau, um genau zu sein. Früher nannte man die Gegend auch das "Tal der Ahnungslosen", weil wir wirklich nur das erste und zweite DDR-Fernsehprogramm zu sehen bekamen.
Wir wohnten damals direkt an der tschechischen Grenze - der Grenzbach war auch unsere Gartengrenze. Vor 1968 sind wir Kinder mit den tschechischen Jägern auf Fasanen- und Hasenjagd gegangen. Danach war der Grenzzaun auch nach Osten dicht.
Mit dem Einstieg ins Berufsleben als Lehrer hat sich unser Leben nach Zittau verlagert, wo auch meine beiden Kinder aus erster Ehe geboren wurden. Da beide Kinder damals mit Atemwegserkrankungen arg unter der mit Ruß und Schwefel geschwängerten Luft litten, haben wir die erstbeste Gelegenheit ergriffen, in die schöne, saubere Märkische Schweiz östlich von Berlin zu entfliehen.
Die Wende-Ereignisse spülten mich damals zuerst an den Runden Tisch und dann in das Wahlamt als Amtsdirektor des Amtes Märkische Schweiz. Binnen weniger Wochen musste eine überörtliche Verwaltung für 11 Städte und Gemeinden aus dem Boden gestampft werden, die sich einerseits auf das vorhandene Personal stützen konnte aber andererseits möglichst nichts mit den alten Strukturen zutun haben sollte. Und so wurde ich quasi über Nacht Hauptverwaltungsbeamter mit einem Mitarbeiterstamm von rund 250 Beamten und Angestellten. Das war eine aufregende Zeit... Aber schon die Bezeichnung der erforderlichen offiziellen Fortbildung konnte einem das Fürchten lehren -" Anpassungsqualifizierung für den Höheren Dienst". Also ließ ich mich in Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht, Ordnungsrecht, usw. "anpassungsqualifizieren". In meiner Funktion war ich damals bei der Gründung des Brandenburgischen Kurorte- und Bäderverbandes dabei und hatte das Vergnügen, einige Jahren als dessen stellvertretender Vorsitzender und später dann auch Vorsitzender den Unsinn der Seehofer-Gesundheits"reformen" ausbaden zu dürfen. Bereits damals stand fest, dass eine eingesparte D-Mark in der Vorsorge vier D-Mark Akutkosten verursachen wird. Und heute feiert es Frau Schmidt als großen Erfolg, bestimmte Reha-Leistungen als Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen verankert zu haben... Über eine Zwischenstation als Geschäftsführer einer Kur- und Fremdenverkehrsgesellschaft bin ich dann pünktlich zum neuen Jahrtausend im Ruhrgebiet gelandet - bei meiner jetzigen Firma. Ich arbeite seitdem als IT-Consultant und Geschäftsbereichsleiter bei INFORA - einer auf öffentliche Kunden spezialisierten Beratungsgesellschaft. Einsatzschwerpunkte waren bisher IT-Service Management (ITIL®), ERP und Business Intelligence. Die Projektarbeit im ganzen Land ist spannend. Aber gern wäre ich auch öfter zu Hause bei meinem Zwerg, der gerade die Welt staunend erkundet und Papa zunehmend vermisst..
 |